

Osteuropäische Dominanz
Die 1950er Jahre waren eine ganz besondere Zeit für die Autoleute. Die Währungssituation und Beschränkungen öffneten sich für Autoimporte aus Osteuropa. Kleine und günstige Autos aus Osteuropa waren damals auf norwegischen Straßen ein alltäglicher Anblick.
Etablierung der Automarken
Aber das war nicht von Anfang an so. Bevor Deutschland nach dem Krieg geteilt wurde, befanden sich viele der berühmtesten Automobilfabriken im Osten des Landes. Die Produktion des Wartburg begann 1896 und in den folgenden Jahren entstanden zahlreiche bekannte Automarken. Die in „Dixi“ umbenannte Automarke Wartburg wurde 1929 von BMW aufgekauft und die Wagen erhielten einen neuen Namen. Das wurde die Grundlage dafür BMW das bis dahin als bedeutender Hersteller von Flugzeugmotoren bekannt war. Neue und schnelle Automodelle von BMW wurden zu einer echten Herausforderung für die Wettbewerber und mehrere von ihnen schlossen sich in den 1930er Jahren zur „Autounion“ zusammen.
IFA P-70
Nach 1945 und der Teilung Deutschlands musste die Automobilproduktion neu organisiert werden. Unklare Eigentumsverhältnisse sowohl bei Markennamen als auch bei technischen Lösungen machten die Situation unklar. Doch im Osten kam die Automobilproduktion schnell in Gang, wobei IFA die bekannteste Marke war. Hier in Norwegen verkaufte sich IFA dank günstiger Einfuhrbestimmungen gut und die kleinen Zweitakter wurden auf unseren Straßen zum alltäglichen Anblick. Da es sich beim IFA um eine relativ alte Konstruktion handelte, wurde er 2 durch das Modell „P 70“ abgelöst. Bei diesem Modell handelte es sich zunächst um einen IFA mit neuer Kunststoffkarosserie. Der neue „P 1955“ galt bei Autokäufern als ordentliches und modernes Familienauto. Es war geräumig und deckte die Bedürfnisse einer normalen Familie ab. Aufgrund seiner Herkunft aus dem Osten erlangte es jedoch nie einen hohen Stellenwert und sein Geruch und sein Geräusch ließen Autoenthusiasten die Nase rümpfen. Im Marketing wurde die Lösung mit einem Kunststoffgehäuse als Hauptargument herangezogen. Den Anzeigen zufolge handelte es sich um das erste Nutz- und Familienauto mit einer modernen Karosserie aus Kunststoff. In vielen Ländern wurde es auch als „Plastic IFA“ vermarktet. Doch die veraltete Technik konnte nicht lange verborgen bleiben und wurde 70 durch das neue Modell „Trabant“ ersetzt.
Fakten IFA P-70
Länge: 374 cm
Breite: 150 cm
Höchstgeschwindigkeit: ca. 100 km/h
Motor: 684 ccm, 22 PS



Siehe auch
Norwegisches Auto, im Fahrzeugregister als Wartburg P-70 eingetragen.




