
Neulich bin ich auf einen auf der Straße geparkten Fiat 124 Spider gestoßen. Zuerst habe ich es von hinten gesehen. „Mazda MX-5“, dachte ich, aber die Rücklichter? Es waren Fiats. Der Spider von Fiat hat die gleiche Form und Gestalt wie der Mazda MX-5 und wird von Mazda hergestellt. Oder besser gesagt – „wurde“ – weil der Fiat 124 Spider eingestellt wurde.
Roadster sind aus der Mode
Vor ein paar Jahrzehnten gab es einen Markt für Roadster wie den Audi TT, die BMW Z-Serie, den Mercedes-Benz SLK, den MG F und den Mazda MX-5, um nur einige zu nennen. Es kommt nicht jeden Tag vor, dass man einen Fiat 124 Spider sieht, aber bei einer Radtour am Sonntagmorgen sah ich nicht weniger als zwei Fiat 124 Spider auf der Straße. In beiden Autos befanden sich Ehepaare über 60 Jahre mit Mützen auf dem Kopf. Heute werden Roadster von erwachsenen Menschen gekauft, die die Nostalgie offener, leichter Sportwagen erleben möchten. Für junge Berufstätige spricht der Autotyp weniger an. Der Fiat 124 Spider verkaufte sich im ersten Jahr recht gut, dann gingen die Verkäufe zurück. Aber das Modell blieb nicht wegen schlechter Verkaufszahlen eingestellt.
Euro 6d war der Sargnagel
Die Entscheidung, den Fiat 124 Spider einzustellen, fiel Ende 2019. 2020 sollte das letzte Produktionsjahr sein. Die offizielle Begründung lautete, dass die Motoren auf die neuen Euro 6d-Anforderungen umgerüstet werden müssten. Fiat hat beim Downsizing seiner Motoren große Fortschritte gemacht. Anstatt ihren 1,4-Liter-Multiair-Turbomotor aufzurüsten, setzen sie auf ihren 1-Liter-Motor. Es ist derzeit der einzige Benzinmotor, der für den Fiat Tipo und 500X geliefert wird. Dort wird es einwandfrei funktionieren, wäre aber kaum eine akzeptable Lösung für das Liebhaberauto 124 Spider.
Derselbe Motor wird in mehreren Modellen verwendet
Der 1,4-Liter-Motor im Fiat 124 Spider wurde in zwei Versionen geliefert – Standard und Abarth. In der Standardversion leistet er 140 PS mit einem Drehmoment von 240 Nm bei 2250 U/min. Die Abarth-Version ist auf 170 PS mit 250 Nm bei 2500 U/min getunt. Den Motor bezog das Spider-Team von Fiat damals vom Fiat 500 Abarth. Der Motor hat aber auch in anderen Modellen wie dem Alfa Romeo Giulietta, dem neueren, von Fiat entwickelten Dodge Dart, dem Jeep Renegade und dem Opel Astra seinen Dienst getan. Wir haben den Motor vorher eingefahren Opel Astra 1,4 Turbo mit 140 Pferden.

So kreieren Sie einen Klassiker
Nur vier Produktionsjahre mit relativ bescheidenen Verkaufszahlen werden den 4 Spider im Laufe der Jahre zweifellos begehrenswert machen. Nicht zuletzt, wenn es sich um den letzten Roadster von Fiat handelt. Die meisten Exemplare werden wie Könige behandelt, erhalten einen Ehrenplatz in ihren jeweiligen Garagen und werden nur an Tagen mit schönem Wetter gefahren – wie denen, die ich letzten Sonntag gesehen habe. Ein letzter Faktor, der den Klassikerstatus des Wagens sichert, ist sein wunderschönes Aussehen, das von der Originalform von Pininfarina inspiriert ist.

Fiats Zukunft in Stellantis
Nach der großen Fusion zwischen FCA und PSA werden nun 14 Automarken unter einem gemeinsamen Eigentümer geführt. Der Zusammenschluss wird zweifellos zu Skaleneffekten in der Produktion führen, wird aber Auswirkungen auf die künftige Modellpalette und Händlerstruktur haben.
Fiat legt großen Wert auf Nutzfahrzeuge. Auf der Pkw-Seite ist die Baureihe 500 mit neuen zukunftsweisenden Antrieben auf Basis der Batterietechnologie ein Verkaufsschlager. Eine neue Variante des Fiat 500 namens 3+1 verfügt über eine zusätzliche nach hinten schwenkbare Zusatztür auf der Beifahrerseite, um den Zugang zur Rückbank zu erleichtern. Die größeren und zuverlässigeren Modelle Tipo und 500X scheinen nur in den Listen der Autovermieter aufzutauchen. Auf der Straße sieht man sie so gut wie nie – weder hier bei uns noch in den Ländern rund ums Mittelmeer. Der Fiat 500L ist in den USA aus dem Modellprogramm verschwunden – und wird wohl bald auch aus Europa verschwinden. Stattdessen kommt ein völlig neues Elektroauto-Konzept auf Basis des Prototyps Centoventi. Gelingt dies Fiat, sind sie wieder im Ring.
Es ist ungewiss, ob Fiat ein neues „Funcar“ wie den 124 Spider bauen wird. Den Spaß wird der Konzern wohl künftig Alfa Romeo überlassen, doch Alfa kämpft derzeit mit einer schlechten Profitabilität. Hoffen wir, dass die hohen Herren von Stellantis nicht nur auf die Ökonomen hören, sondern auch Raum für Autobegeisterung finden.
Wenn Sie es nicht geschafft haben, einen Fiat 124 Spider zu kaufen, können Sie einen neuen Mazda MX-5 bestellen.





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